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Projektreise 2019

Karibu tena Tansania!

Erneuerung, Wiedersehen und ein voller Zeitplan: Das Projekttagebuch vom ersten Schritt auf tansanischem Boden bis zum Abschied am Kilimanjaro Airport.

Archivbericht der Stiftung
Mitglieder des Projektteams mit Partnern während der Projektreise 2019
Projektteam und Partner vor Ort · 2019

Angenehme 20 Grad in der Kabine der KLM-Maschine. Nicht nur der kalte Luftstrom der Lüftungsanlage, sondern auch die bekannte, aber freudige Anspannung vor dem ersten Schritt in diesem Jahr auf afrikanischem Boden lässt uns ein wenig die Haare zu Berge stehen.

Dann ist es soweit. Die Kabinentüren öffnen sich, eine Mischung aus Kerosingeruch und feuchter Tropenluft füllt die Lungen. Angenehm warme 30 Grad lösen jegliche Anspannung in Luft auf und zünden erneut den Funken der Aufbruchstimmung.

Tansania, wir haben dich vermisst!

Die diesjährige Projektreise steht ganz im Zeichen der Erneuerung: der Beziehungen zur Süd-Pare-Diözese, des Computerkabinetts in Usangi mit einem spannenden Experiment und natürlich der langjährigen Freundschaften zu unseren Partnern, Freunden und Weggefährten. Der Zeitplan ist randvoll und verspricht wieder viele Abenteuer.

Wir wissen selbst nicht, ob alles, was wir uns vorgenommen haben, wirklich umsetzbar ist – oder ob wir uns vielleicht ein wenig übernommen haben.

Ein etwas holpriger Start

Am Kilimandscharo International Airport verlief die Abfertigung mit dem neuen E-Visum erstaunlich reibungslos. Dann mussten wir enttäuscht feststellen, dass unser Gepäck noch in Amsterdam lag. Also hieß es zunächst, mit den letzten sauberen Socken sparsam umzugehen.

Die Abholung funktionierte dafür problemlos. „Mr. Michael“ stand auf dem Schild unseres Shuttles in Richtung Usa River. Nach einigen Einkäufen fühlten wir uns bei der Ankunft schnell wie zu Hause. Die Zimmer Kiboko und Twiga waren liebevoll vorbereitet, selbst das WLAN funktionierte. Wir genossen den ersten afrikanischen Abend bei kühlen Getränken und freuten uns auf das, was vor uns lag.

Die Projektarbeit begann tansanisch langsam: Pole pole. Wir trafen alte Freunde, besuchten eine nahegelegene Kaffeeplantage und erfuhren, wo das schwarze Gold herkommt. Nach den nötigen organisatorischen Erledigungen – darunter der stets mühsame Kauf der SIM-Karten – starteten wir voller Vorfreude in Richtung Same.

22. September 2019

„Zu Hause“ ist nun mal ein Gefühl.

In unserer Zeit in Tansania trifft das auf kaum einen Ort mehr zu als auf unser kleines Häuschen am Rande von Same. Lameck, alter Freund und vertrauter Fahrer bei unzähligen Besuchen, hatte die Männer von Arusha nach Same gebracht. Marcus, Holger und Micha konnten wieder den in sich ruhenden Blick vom Wasserturm genießen. Er steht gleich neben unserem Haus und gehört mit seinen viel zu dünnen, rostigen Sprossen zum jährlichen Pflichtprogramm.

Wenige Meter weiter stehen unsere Container: Lager, Basis, Büro und Arbeitsplatz. Dort verbringt das Team den Tag. Bei über 30 Grad und in gewohnt staubiger Umgebung wird die Technik für die kommenden Aufgaben vorbereitet. Hitze, eine undichte Gasflasche und die unberechenbare Größe Strom tun ihr Übriges.

Tansania, du gibst alles für eine unvergessliche Reise.

27. September 2019

Glück mag hartnäckige Menschen.

Glück lässt sich erfahrungsgemäß nicht erzwingen. Aber es mag hartnäckige Menschen, die an etwas glauben – und wir würden behaupten, dass wir dazugehören.

Nach einer bisher nur kurzen Begegnung in den vergangenen Jahren lernte das Projektteam einen echten Verbündeten kennen: Professor Essy Stanley Mmbaga. Er hat den Willen, in der Pare-Diözese für den Erhalt unserer Schulen zu kämpfen, und bringt als Universitätsprofessor viel Erfahrung im Bildungsbereich mit. Seine Stimme wird gehört.

Als Bildungsbeauftragter der Pare-Diözese war er für die Schulen in Manka und Dindimo verantwortlich. Beide hatten es in den vorherigen Jahren schwer. Umso schöner war es zu sehen, dass Veränderungen Wirkung zeigten. Unsere Unterstützung geht über Bücher und Computer hinaus: Wir entwickeln mit den Verantwortlichen gemeinsame Ziele, arbeiten an der Umsetzung, führen offene Gespräche und bieten Verlässlichkeit, indem wir seit 2004 nicht aufgeben.

Die Schülerzahlen waren gestiegen. Das Lehrerkollegium war engagiert und wollte Veränderung. Und wer etwas will, findet Wege.

3. Oktober 2019

Von Süden nach Norden.

Inzwischen war das Projektteam in die nördliche Mwanga-Diözese gereist. Das gewohnte Bild: Jeep, Ladefläche, Gepäck, Team – und los. Sonne oder Regen spielten dabei keine Rolle.

Zwei Nächte verbrachten die Männer im Missionary House in Shighatini, um Zeit für die dortige Secondary School zu haben. Ohne es zu wollen, formen sich Erwartungen, mit denen man zwangsläufig anreist. Die Zukunft von Shighatini war zu diesem Zeitpunkt ungewiss, aber wir sind bekannt dafür, nicht aufzugeben.

Die zweite Schule im Norden war die Usangi Girls Secondary School – die Mädchenschule ganz oben auf dem Berg. Im Vorjahr hatten die Schülerinnen hart an ihren Flyern gearbeitet; 2019 hielten sie das Ergebnis in den Händen.

Und weil wir nicht so weit fliegen, um lediglich einige Kartons voller Flyer abzugeben, taten wir das, was wir können: unsere Visionen mit den Ideen der Schule verbinden und gemeinsam anpacken.

4. Oktober 2019

Bis bald, Tansania!

Das Projektteam hatte die Taschen gepackt und saß im Flieger am Kilimandscharo Airport. Wir geben für unsere Schulen Geld aus und haben am Ende trotzdem das Gefühl, reicher geworden zu sein.

Bildung ist Zukunft.

Daran erinnern wir uns immer wieder. Deshalb sind unsere Schulen in der Pare- und Mwanga-Diözese eine Investition in Zukunft. Dabei unterstützen wir nicht nur finanziell. Gemeinsam mit den Trägern, den Lehrkräften und vor allem den Schülerinnen und Schülern arbeiten wir an der Vision, Schulen mit verlässlichen Standards und bestmöglichen Bildungschancen aufzubauen.

Die Männer hatten allen Grund zur Freude. Sie hatten viel erreicht – und noch viele Geschichten mit nach Hause gebracht.