Projektreise 2018
Unterwegs zwischen Süd- und Nord-Pare.
Sechs Berichte, eine Reise: vom Wiedersehen am Kilimanjaro Airport über Manka und Usangi bis zu den letzten Arbeiten in Shighatini.

13. April 2018
Reisen, Arbeit und wir irgendwo dazwischen.
Karibu Tanzania! Das Reisetagebuch beginnt noch vor dem gemeinsamen Aufbruch – mit Vorfreude, Erwartungen und der Frage, wie sich all die Aufgaben in die wenigen Wochen vor Ort packen lassen.
Die Projektreisen sind keine klassischen Reisen. Zwischen langen Wegen, organisatorischen Besorgungen und improvisierten Lösungen bleibt der Blick immer auf die Schulen und die Menschen gerichtet, mit denen die Stiftung seit vielen Jahren verbunden ist. 2018 führt der Weg erneut in die Pare-Berge.
Nicht nur ankommen, sondern gemeinsam weiterarbeiten.
21. April 2018
Usa River und die Süd-Pare-Berge.
Am Kilimanjaro International Airport findet das Team zusammen. Die Erleichterung über das Wiedersehen und die Vorfreude auf die kommenden Wochen sind sofort spürbar. Zunächst stehen die üblichen organisatorischen Erledigungen an, bevor es zu den Schulen weitergeht.
Von Usa River führt die Reise nach Same, dem Ausgangspunkt für die Arbeit in den Süd-Pare-Bergen. Gespräche werden vorbereitet, Material sortiert und die nächsten Tage abgestimmt – jener unsichtbare Teil der Projektarbeit, ohne den vor Ort wenig funktionieren würde.
23. April 2018
Ein weiterer Tag in den Süd-Pare-Bergen.
Der Tag beginnt früh. Nach einer kurzen „Katzenwäsche“ geht es zur Manka Secondary School. Auf dem Plan stehen kleinere abschließende Arbeiten, Gespräche und die gemeinsame Sortierung der nächsten Aufgaben.
Der Bericht zeigt, was die Partnerschaft prägt: nicht ein einzelner Übergabetermin, sondern genaues Hinsehen, praktische Arbeit und der direkte Austausch mit den Verantwortlichen vor Ort. Viele Verbesserungen entstehen Schritt für Schritt.
25. April 2018
Usangi Girls Secondary School.
„Mkono mmoja, hauchinji ng’ombe.“ – Eine einzige Hand kann keine Kuh schlachten.
Seit drei Tagen arbeitet das Team in den Nord-Pare-Bergen. Madeleine koordiniert Schülerinnen, die Szenen für ein Werbevideo entwickeln, Michael hält die Aufnahmen mit der Kamera fest, Marcus arbeitet an den Werbeflyern und Judith trägt die ersten Eindrücke für das Reisetagebuch zusammen.
Im Mittelpunkt steht die Sichtbarkeit der Schule. Seit staatliche Schulen in Tansania gebührenfrei wurden, entschieden sich weniger Eltern für kirchliche Schulen. Usangi braucht Schülerinnen, um über Schulgebühren gute Bedingungen zu sichern, Gehälter zu zahlen und qualifizierte, motivierte Lehrkräfte zu halten. Gleichzeitig bietet die Schule ein persönlicheres Lernumfeld als vielerorts überfüllte staatliche Klassen.
Auf dem Campus ist die neue Dining Hall unübersehbar. Ihr großes Dach sammelt Regenwasser in Tanks. Noch im Vorjahr mussten die Schülerinnen stark verunreinigtes Wasser aus einem nahegelegenen Fluss zum Waschen, Kochen und Trinken nutzen. Die neue Schulleiterin Lilian empfängt das Team herzlich und arbeitet offen an den nächsten Schritten mit.
Gute Zusammenarbeit wird sichtbar, wenn viele Hände an einem Ziel arbeiten.
29. April 2018
Warmhearted Goodbye in Usangi.
Eine arbeitsreiche Woche liegt hinter dem Team. Computer wurden geprüft und gewartet, Materialien vorbereitet und gemeinsam mit der Schule an ihrer Außendarstellung gearbeitet. Der Abschied ist herzlich – und zugleich auf die Zukunft gerichtet.
Die Begegnungen zeigen, wie viel mehr eine Schulpartnerschaft ist als finanzielle Förderung. Vertrauen wächst durch Zeit, Verlässlichkeit und die Erfahrung, schwierige Aufgaben nicht allein lösen zu müssen.
2. Mai 2018
Shighatini – Hamsini Hamsini.
Regen begleitet das Team seit zwei Wochen durch die Pare-Berge. In Shighatini rücken Technik und sichere Infrastruktur zusammen: Der Computerraum kann nur dauerhaft funktionieren, wenn auch Dächer, Türen und Sanitäranlagen verlässlich sind.
„Hamsini hamsini“ – fünfzig zu fünfzig – beschreibt das Abwägen zwischen Hoffnung und Unsicherheit. Zugleich steht die Etappe für den pragmatischen Blick der Stiftung: zuhören, den tatsächlichen Bedarf prüfen und gemeinsam entscheiden, welcher nächste Schritt trägt.
